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O lebe glücklich
Wie der empfindungsvolle, frohe Knabe,
Der früh des Lenzes erste Blümchen sah,
Entzückt und kurz verweilt, und dann im Trabe
Zum Vater jubelnd eilt: der Lenz ist da!
Und grüßet Dich mit dieser blauen Blume,
Die mir in meinem kleinen Fürstentume,
Dem Gärtchen, dass Du pflegtest, heut' erblüht;
Und lächelt er - belohnt und reich sich sieht:
So eil' auch ich mit freudenvollen Blicken
Zu Dir, mein teurer Vater, heute hin.
Und rufe Dir mit kindlichem Entzücken:
Die Stunden Deines Wiegenfestes blüh'n,
Und grüßen Dich mit dieser kleinen Blume,
Die mir in meinem stillen Heiligtume,
Dem Herzen, das Du pflegtest, heut entspross!"
Und lächelst Du - so bin ich reich und groß!
Und wirst Du meine kleine Blume fragen:
Wie mag's im Herzen, wo du sprossest, sein?
So wird die sich Entfaltende Dir sagen:
Blick nur in meinen zarten Kelch hinein,
Da liesest Du mit goldner Schrift gezogen:
O lebe Du, der Lieb' und Freude gab,
O lebe glücklich bis ans ferne Grab!"
Poetischer
Bibliothekar, 1845
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