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Teure Mutter
Teure Mutter! Gottes Frieden
Flehe ich für Dich herab
An dem Tage, der hienieden
Dir das Pilgerleben gab.
Sei mit Herzlichkeit umschlungen
Von dem Sohne, der Dir naht.
Ganz von Dankgefühl durchdrungen
Für das, was er durch Dich hat.
Denn Du warst es, die der Kindbett
Erste Schritte ihm bewacht,
Und voll mütterlicher Liebe
Ihn zur Tugend angefacht.
In der Krankheit düstern Tagen,
Bei der herben Schmerzens Pein
Mildertest Du sanft sein Zagen,
Sprachst Du liebreich Mut ihm ein.
Unaussprechbar ist die Treue,
Die Du, Teure, mir erzeugt;
Jeden Tag empfing ich neue
Zeichen Deiner Zärtlichkeit.
Darum fleh', wie immer, heute
Ich den ew'gen Vater an,
Dass er Segen Dir bereite
Auf der künft'gen Lebensbahn.
Segen möge Dich begleiten,
Gottes Friede Dich umwehn,
Jeder Wunsch nach Seligkeiten
In Erfüllung übergehn.
Kehre oft noch, Tag der Freude,
Hier in unsern Kreis zurück;
Oft noch mag uns, so wie heute,
Hoch erfreu'n Dein heit'rer Blick
Gott erhöre diese Bitte,
Gott erhalt', beschütze Dich;
Lebe lang' in unsrer Mitte,
Wandle freundlich, mütterlich!
Poetischer
Bibliothekar, 1845
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