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Einer Freundin zum Geburtstag
Der schöne Tag, der Dich dereinst geboren,
In welchem an des Daseins gold'nen Toren
Dein Genius in's Leben Dich geküßt -
Der schöne Tag sei freundlich mir gegrüßt.
"Beginne," sprach der Engel, "Deinen Lauf,
"Und wo Du geh'st, sei Liebe Dein Begleiter,
"Der Himmel strahle freundlich Dir und heiter,
"Und wo Du weilest, sprieße Freude auf."
So sprach der Engel, und in Deinem Herzen
Erblühte Mitgefühl bei fremden Schmerzen
Und Mitgefühl bei deiner Brüder Glück.
Er lehrte Dich mit holder Anmut scherzen,
Und wenn des Lebens Himmel Wolken schwärzen,
Dann scheucht Dein heitrer Sinn den Gram zurück.
O Heil sei Dir! Beglückend und beglückt
Hast Achtung Du und Freundschaft Dir errungen,
Und mit der Liebe schönen Huldigungen,
Den Weg durch's Leben herrlich Dir geschmückt.
Sieh', wie die Deinen jubelnd Dich umringen,
Sie Alle, Alle lieben innig Dich,
Den frohen Gruß der Liebe Dir zu bringen
Tönt jeder Mund - und schweigen sollte ich?
O zürne nicht dem kühngesproch'nen Wort,
Es riß sich los aus tiefbewegtem Herzen,
Du banntest ja so oft, so oft die Schmerzen
Durch Spiel und Scherz aus meiner Seele fort.
Getrübt schwand mir die schöne Zeit der Jugend,
Und Täuschung nur gab mir ein kurzes Glück,
Da sah ich Dich, und glaubte Frauentugend
Und Hoffnung kam in meine Brust zurück.
O laß mich dankend Deine Hand erfassen,
Ein treues Herz weiht seine Wünsche Dir.
Bleibt Deine Achtung, Deine Freundschaft mir,
Dann fühl' ich mich hienieden nicht verlassen.
Die Festtage des
Lebens, 1856
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