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Dem Freunde zur Feier seines Geburts- und Hochzeitstages
Als freundlich einst an Deiner Wiege
Der Schutzgeist Deines Lebens stand,
Da, Edelster der Freund', erkannt'
Erfreut in jedem Deiner Züge,
Noch eh' die ersten Mond' entfloh'n,
Er manchen Keim zum Guten schon.
Wohl Dir, wenn Du, das Höh're liebend
So sprach er, jene Keime nährst,
Wenn Du der Andern Glück vermehrst,
Was stets die Wahrheit heischte, übend,
Und wenn Du Dir die Bahn erwählt,
Auf der Dein Herz mit Kraft sich stählt.
Dann reicht Dir einst am Traualtäre,
Durch Sympathie mit Dir verwandt,
Der Töchter Edelste die Hand
Im schönen Frühling ihrer Jahre:
Ja, Liebe sei des Edlen Lohn!
Er sprach's an Deiner Wiege schon.
Heil Dir! der Genius des Lebens,
Der schützend Dir zur Seite stand.
Was er so liebevoll empfand,
Nicht wünscht' er damals es vergebens;
Durch die Gefährtin, weis' und mild,
Ist Dir der höchste Wunsch erfüllt.
Sie drückt der Unschuld anmutreiche
Und zarte Bilder an die Brust,
Ihr seht sie blüh'n mit stiller Lust
Wie Rosenknospen am Gesträuche;
O, welche Himmelswonne beut
Die Lieb' im Schoß der Häuslichkeit!
Entflohen sind nun drei der Lenze,
Seit Du begrüßtest hocherfreut
Den Hafen stiller Häuslichkeit,
Seit Hymen Dir geweihet Kränze;
Vor der Gefahren Felsenriff
War hier geschlitzt Dein Lebensschiff.
Und segelst Du voll Kraft des Strebens
Auf der Geschäfte Ozean,
Wohl reicht das Steuer Klugheit dann,
Den Kompass Freundschaft nicht vergebens,
Die Segel bringt Dir Liebe dar,
Den Anker Hoffnung in Gefahr.
Du, dem das Wiegenfest voll Segen
Die Myrthe lächelnd dargebracht,
Sei stets von Wonne angelacht:
Sie möge froh die Brust bewegen,
Bis Deines Lebens Sonne sinkt,
Und mild der Abendstern Dir blinkt!
Poetischer
Bibliothekar, 1845
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